Pressemitteilung des NABU Mosbach

Am Boden hockende Jungvögel sind nicht verlassen

In Hecken, Büschen und Sträuchern finden kleine Piepmätze Unterschlupf

 

Ängstlich, mit zerzaustem Gefieder duckt sich ein kleines Vogeljunges unter die niedrigen Zweige eines Haselnussstrauches. Hin und wieder stößt es einen kläglichen Ruf aus. "Aus dem Nest gefallen. Von den Eltern allein gelassen", denkt man und überlegt, wie man dem kleinen Piepmatz helfen kann. "Immer wieder werden wir auf solche, scheinbar hilflose Vogelkinder angesprochen", erzählt Peter Baust von der NABU-Gruppe Mosbach."In den meisten Fällen sind die Vogeljungen keineswegs verlassen. Durch Rufen sind sie im ständigen Kontakt mit ihren Eltern. Wartet man eine Weile ab, kann man beobachten, wie diese sie weiterhin füttern." Die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Sie flattern unbeholfen am Boden umher, halten sich im niedrigen Geäst von Sträuchern auf und werden dort von ihren Eltern versorgt. "Diese Vogelkinder brauchen keine menschliche Hilfe, sie brauchen die Hilfe ihrer Eltern, von denen sie lernen sich in ihrer Welt zurechtzufinden."

 

Ist ein gerade flügge gewordener Jungvogel in einen Schacht gefallen oder sitzt er mitten auf der Straße, reicht es vollkommen aus, ihn an einer geschützten Stelle in der Nähe abzusetzen. Dabei kann man ihn unbesorgt anfassen. Der Geruchssinn von Vögeln ist nur gering ausgeprägt und die Eltern nehmen das Junge problemlos wieder an. "Mitnehmen und selber versorgen? Das soll man erst gar nicht versuchen" so Peter Baust, "Denn die kleinen Schreihälse wollen alle halbe Stunde gefüttert werden." Die beste Hilfe für die vermeintlichen Waisenkinder im Garten ist laut Peter Baust eine naturnahe Bepflanzung, mit Hecken, Büschen und Sträuchern, die Unterschlupf und Verstecke bieten und Grundlage für ein reiches Nahrungsangebot sind.

 

Unser Foto von Peter Baust zeigt eine junge Blaumeise, aufgenommen Anfang Juni im nahe bei Mosbach gelegenen Sulzbach

 

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